Ratgeber · BGM-Strategie
BGM-Konzept erstellen: vom Bedarf zum umsetzbaren Plan
Ein betriebliches Gesundheitsmanagement beginnt mit einer klaren Ausgangslage. Dieser Leitfaden hilft dir, Ziele, Zuständigkeiten, Maßnahmen und die spätere Auswertung für dein Unternehmen zu verbinden.
Kurz beantwortet
Wie erstelle ich ein BGM-Konzept?
Erfasse zuerst die Ausgangslage und die Bedürfnisse deiner Belegschaft. Lege danach konkrete Ziele und Zuständigkeiten fest, wähle passende Maßnahmen aus und plane Kommunikation, Einführung sowie eine datenschutzgerechte Auswertung. Ein BGM-Konzept ist der Rahmen; der Maßnahmenplan beschreibt die einzelnen Schritte.
Ausgangslage und Ziele klären
Welche Belastungen und Arbeitsbedingungen prägen den Alltag in deinem Unternehmen? Sprich mit Beschäftigten und Verantwortlichen, prüfe vorhandene, nur aggregierte Kennzahlen und trenne Beobachtungen von Annahmen.
Notiere, welche Zielgruppen du erreichen willst und woran du später erkennst, ob ein Angebot angenommen wird. Persönliche Gesundheitsdaten gehören nicht in die Auswertung für den Arbeitgeber. Mehr zum Datenschutz im BGM.

Vom Konzept zum Maßnahmenplan
Der Rahmen steht, wenn Zielgruppen, Ziele, Zuständigkeiten und Budget geklärt sind. Erst dann legst du Angebote und ihre zeitliche Abfolge fest.
Maßnahmen auswählen
Vergleiche Bewegung, Ernährung, mentale Gesundheit und organisatorische Maßnahmen mit deinem tatsächlichen Bedarf. Beispiele und Auswahlkriterien.
Einführung vorbereiten
Kläre Verantwortlichkeiten, den Zugang für verschiedene Arbeitsmodelle und die interne Kommunikation. Rollout-Plan für die ersten Schritte.
Ergebnisse prüfen
Betrachte Beteiligung und Veränderungen getrennt; ein zeitlicher Zusammenhang allein beweist keine Wirkung. Aggregiertes Reporting ansehen.
Aufbau: So gliederst du dein BGM-Konzept
Diese neun Kapitel decken alles ab, was für Abstimmung und Freigabe gebraucht wird. Für den Start reichen kurze Einträge – offene Punkte markierst du als offen.
- 01
Anlass und Ausgangslage
Warum jetzt? Beobachtungen, Rückmeldungen und vorhandene Strukturen wie Arbeitsschutz oder Betriebsrat.
- 02
Ziele
Ein übergeordnetes Ziel und ein erstes überprüfbares Ziel für die nächsten 6 bis 12 Monate.
- 03
Zielgruppen und Zugang
Büro, Schicht, Außendienst, Teilzeit und Standorte – mit ihren Zeitfenstern und Zugangswegen.
- 04
Organisation
Koordination, Steuerungsgruppe, Entscheidungsweg und Vertretung.
- 05
Maßnahmen
Je Bedarf ein freiwilliges Angebot und die passende organisatorische Aufgabe.
- 06
Kommunikation und Beteiligung
Wie Beschäftigte mitreden, wie sie informiert werden und welche Rolle Führungskräfte übernehmen.
- 07
Ressourcen und Budget
Interne Zeit, Räume, externe Leistungen und geprüfte Förderwege in AT oder DE.
- 08
Auswertung und Datenschutz
Kennzahlen zu Umsetzung und Nutzung, Befragungen, nur aggregierte Auswertung.
- 09
Zeitplan und Rückschau
Meilensteine, Termin für die erste Rückschau und die Entscheidung danach.
Beispiel: BGM-Konzept für einen Produktionsbetrieb
Redaktionelles Planungsbeispiel – kein Bericht über einen FIT-UP Kunden und kein Wirksamkeitsversprechen. Es zeigt, wie konkret die einzelnen Kapitel für den Start sein können.
- Ausgangslage
- Produktionsbetrieb mit 180 Beschäftigten in drei Schichten. In Teamgesprächen berichten viele über Rückenbeschwerden beim Kommissionieren; bestehende Kursangebote liegen nur am Nachmittag.
- Ziel
- Bis März kann jede Schicht mindestens ein Bewegungsangebot innerhalb der Arbeitszeit nutzen. Rückschau nach dem ersten Quartal.
- Zielgruppen
- Produktion und Lager in Früh-, Spät- und Nachtschicht, Verwaltung als zweite Gruppe.
- Organisation
- Koordination durch HR, Steuerungsgruppe mit Schichtleitungen, Betriebsrat und Fachkraft für Arbeitssicherheit.
- Maßnahmen
- 15-minütiges Rückentraining zur Schichtübergabe in der Halle; dazu Hebehilfen an zwei Packplätzen prüfen. Digitale Übungen in der App für alle Schichten.
- Kommunikation
- Vorstellung in den Schichtbesprechungen, Aushang mit QR-Code, Zugang zur App per Firmencode.
- Ressourcen
- Trainingszeit als Arbeitszeit, ein Raum in Hallennähe, externe Trainerin; Förderung über die Krankenkasse wird angefragt.
- Auswertung
- Angebotene Termine je Schicht, erreichte Beschäftigte je Bereich, kurze Rückmeldung nach vier Wochen – nur aggregiert.
- Rückschau
- Ende März: fortführen, Zeiten anpassen oder Format wechseln.
Dein Konzept als Arbeitsauftrag für das Team
Ein überschaubarer Entwurf hilft bei der internen Abstimmung. Halte für den Start diese sechs Entscheidungen fest und benenne, welche davon noch offen sind.
- Ausgangslage
- Welche konkrete organisatorische Frage oder welcher Bedarf ist bekannt? Welche Annahmen müssen wir noch mit den Beschäftigten prüfen?
- Ziel & Zielgruppe
- Wen wollen wir erreichen und was können wir beim ersten Durchlauf nachvollziehbar prüfen? Unterschiedliche Tätigkeiten und Zeitfenster ausdrücklich berücksichtigen.
- Aufgabe & Angebot
- Welche Änderung übernimmt das Unternehmen? Welches freiwillige Angebot passt dazu? Beides getrennt erfassen, damit keine Zuständigkeit offen bleibt.
- Verantwortung
- Wer koordiniert, wer entscheidet und wer übernimmt die einzelnen Aufgaben? Freigabe und Vertretung schriftlich festhalten.
- Ressourcen & Zugang
- Welche interne Zeit, Räume und Abstimmungen sind erforderlich? Wie erfahren die Zielgruppen vom Angebot und wie können sie teilnehmen?
- Rückschau
- Wann prüfen wir Durchführung, Zugang und Rückmeldungen? Wer entscheidet danach über Anpassung oder Fortführung?
Nutze den BGM-Selbstcheck als Gesprächsgrundlage. Vereinbarte Aufgaben übernimmst du in den Jahresplan mit CSV-Vorlage.
Kostenlose Vorlage für dein BGM-Konzept
Die Textdatei enthält alle neun Kapitel mit Leitfragen – von Anlass und Zielen über Maßnahmen, Kommunikation und Förderwege bis zur Auswertung. Kopiere sie in dein Textprogramm und ergänze sie gemeinsam mit deiner Steuerungsgruppe.
Ohne Anmeldung · Bearbeitbare Vorlage · Stand: 9. Oktober 2026. Platzhalter ersetzen und nur geprüfte Angaben übernehmen.
Vorlagen und nächste Schritte
Die FIT-UP-Arbeitsblätter unterstützen bei Planung, Datenschutz, Kommunikation und Kennzahlen. Der KI-Planer erstellt aus deinen Angaben einen ersten Vorschlag; beides ersetzt keine Prüfung deiner konkreten Situation.
Vertiefend: Fehlzeiten senken, HRV und Stressresilienz und Challenge-Ideen mit Jahreskalender. Die passende Software für die Umsetzung beschreibt die Seite BGM-Plattform für HR.
Häufige Fragen zum BGM-Konzept
Was gehört in ein BGM-Konzept?
Ein BGM-Konzept beschreibt Ausgangslage und Zielgruppen, überprüfbare Ziele, passende Maßnahmen, Zuständigkeiten, Zeitplan und die Auswertung. Die Auswahl der Angebote folgt dem Bedarf, nicht umgekehrt.
Was ist der Unterschied zwischen BGM-Konzept und Maßnahmenplan?
Das Konzept legt Ziele, Verantwortlichkeiten und den Rahmen fest. Der Maßnahmenplan konkretisiert, welche Angebote wann umgesetzt und anhand welcher Kennzahlen überprüft werden.
Muss ein BGM-Konzept für Österreich und Deutschland gleich aussehen?
Nein. Bedarf und Ablauf können ähnlich sein, doch rechtliche Rahmenbedingungen und mögliche Förderwege müssen für Österreich und Deutschland getrennt geprüft werden.
Gibt es eine Vorlage für ein BGM-Konzept?
Ja. Die kostenlose FIT-UP Vorlage enthält neun Kapitel von Anlass und Ausgangslage über Maßnahmen, Kommunikation, Budget und Förderwege bis zu Auswertung und Rückschau. Du kannst sie ohne Anmeldung herunterladen und in deinem Textprogramm bearbeiten.
Wer sollte an einem BGM-Konzept mitarbeiten?
Bewährt hat sich eine kleine Steuerungsgruppe: eine koordinierende Person aus HR oder Personalentwicklung, Führungskräfte aus den betroffenen Bereichen, Betriebs- oder Personalrat, die Arbeitssicherheit bzw. Arbeitsmedizin und Beschäftigte aus den Zielgruppen. So fließen Bedarf, Arbeitsalltag und rechtliche Anforderungen von Anfang an ein.
Wie lange dauert es, ein BGM-Konzept zu erstellen?
Ein erster, überschaubarer Entwurf entsteht oft in wenigen Wochen: Bedarf erfragen, Ziel festlegen, Zuständigkeiten klären und zwei bis drei Maßnahmen auswählen. Wichtiger als ein vollständiges Dokument ist ein Start mit klarer Rückschau – das Konzept wird danach anhand der Erfahrungen weiterentwickelt.
Dein BGM-Konzept gemeinsam konkretisieren.
Wir besprechen, wie App, Maßnahmen und Vor-Ort-Angebote zu deiner Ausgangslage passen.
Passend zu deinem nächsten Schritt