Das Wichtigste in Kürze
Betriebliche Gesundheitsförderung verbindet freiwillige Angebote mit gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen. Der Einstieg gelingt mit einer klaren Zielgruppe, Beteiligung, Zuständigkeiten und einer überprüfbaren nächsten Aufgabe.

Was ist betriebliche Gesundheitsförderung?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) gestaltet Gesundheit im Arbeitsalltag auf zwei Ebenen: Sie unterstützt Beschäftigte mit Angeboten und setzt bei den Arbeitsbedingungen an. Das österreichische Gesundheitsportal nennt dafür sowohl individuelles Verhalten als auch betriebliche Verhältnisse. Beteiligung, ein systematisches Vorgehen und die Auswertung gehören zu den Grundprinzipien.
Für dein Unternehmen heißt das: Ein freiwilliges Bewegungsangebot und eine organisatorische Änderung können zusammen geplant werden. Wenn das Angebot wegen ungeeigneter Termine nicht genutzt werden kann, brauchst du eine Lösung für den Zugang. Zusätzliche Inhalte allein klären dieses Problem nicht.
Was unterscheidet BGF vom betrieblichen Gesundheitsmanagement?
BGF bezeichnet hier die konkreten Ansätze zur Gesundheitsförderung. BGM beschreibt den betrieblichen Rahmen für Ziele, Zuständigkeiten und die Abstimmung der verschiedenen Aufgaben rund um Gesundheit. Für den Einstieg hilft diese praktische Trennung: Das BGM-Konzept legt fest, was du erreichen willst; BGF-Maßnahmen werden dazu passend ausgewählt und umgesetzt.
BGF und BGM: Einordnung für Österreich und Deutschland
Beispiele: Angebote mit Arbeitsbedingungen verbinden
Die folgende Tabelle enthält redaktionelle Planungsbeispiele. Wähle Maßnahmen anhand deiner konkreten Ausgangslage und stimme sie mit Beschäftigten und den zuständigen Fachpersonen ab.
| Ausgangslage | Mögliches freiwilliges Angebot | Organisatorische Aufgabe |
|---|---|---|
| Bewegungsangebote erreichen ein Team bisher kaum | Erreichbares Kursformat oder freiwillige Bewegungsaktion | Terminfenster und Zugang mit dem Team abstimmen |
| Ein Gesundheitstag soll ein Startpunkt sein | Passende Workshops und bestehende Screening-Angebote | Vorbereitung, Anmeldung und Anschlussangebote benennen |
| Informationen erreichen nur Personen mit Firmen-E-Mail | Digitale Angebote oder wiederholte Vor-Ort-Termine | Aushänge, Teamgespräche und weitere Zugangswege einplanen |
| Viele Aufgaben werden gleichzeitig als dringend bezeichnet | Freiwilliger Workshop zur Arbeitsorganisation | Entscheidungsweg und Priorisierung mit der Führung klären |
Beispiele nach Betriebsgröße
| Betriebsgröße | Typische Ausgangslage | Passender Einstieg |
|---|---|---|
| Kleinbetrieb (bis ca. 20 Beschäftigte) | Wenig Zeit und keine eigene Stelle für Gesundheit; Entscheidungen fallen schnell | Ein Thema auswählen, etwa Rücken oder Pausen; kostenfreie Erstberatung der Krankenkasse bzw. ÖGK nutzen; Angebot direkt im Betrieb |
| Mittelstand (ca. 50–250 Beschäftigte) | Mehrere Bereiche mit unterschiedlichen Arbeitszeiten; HR koordiniert nebenbei | Kleine Steuerungsgruppe, Kurzbefragung, zwei bis drei Maßnahmen mit Rückschau nach einem Quartal |
| Großunternehmen und mehrere Standorte | Viele Zielgruppen, verteilte Teams, unterschiedliche Standards | Gemeinsamer Rahmen mit lokaler Umsetzung, digitale Angebote für alle Standorte, Auswertung je Standort nur aggregiert |
Beispiele nach Branche
| Branche | Häufige Belastung | Mögliches Angebot | Organisatorische Aufgabe |
|---|---|---|---|
| Produktion und Logistik | Heben, Tragen, Schichtarbeit | Rückentraining zur Schichtübergabe, Ernährungsangebot für die Nachtschicht | Hebehilfen und Arbeitsplatzgestaltung prüfen, Schichtpläne gemeinsam abstimmen |
| Büro und hybride Teams | Langes Sitzen, Bildschirmarbeit, Erreichbarkeit | Aktive Pausen, digitale Bewegungs- und Entspannungsangebote, Team-Challenges | Meetingfreie Zeiten, ergonomische Ausstattung auch im Homeoffice klären |
| Handel und Filialen | Stehen, Kundenkontakt, wechselnde Dienste | Kurze Übungen vor Ort, Angebote zur Stressbewältigung im Kundenkontakt | Pausenräume und planbare Dienstpläne |
| Pflege und soziale Dienste | Körperliche und emotionale Belastung, Personalmangel | Rückenschonendes Arbeiten, Supervision oder Beratung, Angebote zu Schlaf bei Schichtdienst | Hilfsmittel, Übergaben und Pausen absichern |
| Außendienst und Fahrdienst | Lange Fahrzeiten, unregelmäßige Mahlzeiten, wenig Kontakt zum Betrieb | Digitale Angebote rund um die Uhr, Bewegungsimpulse für Fahrpausen | Termine mit Puffern planen, Präsenztermine für gemeinsame Angebote nutzen |
Dein Einstieg: ein Plan mit fünf konkreten Entscheidungen
1. Bedarf und Zielgruppe klären
Sprich zuerst mit den Menschen, die du erreichen möchtest. Frage nach organisatorischen Hürden, Interesse und erreichbaren Zeitfenstern. Trenne beobachtete Probleme von Vermutungen. Eine Teilnahmeliste erklärt noch nicht, warum andere Personen ein Angebot nicht nutzen.
2. Ein überprüfbares Ziel formulieren
Formuliere für den Start ein Ziel, das dein Projektteam tatsächlich prüfen kann. Zum Beispiel: Ein Kurs wird auch für die Spätschicht zugänglich und der Zugang nach dem ersten Durchlauf gemeinsam besprochen. Vermeide ein allgemeines Ziel wie gesündere Mitarbeitende ohne konkrete Aufgabe und passende Auswertung.
3. Angebot und betriebliche Aufgabe auswählen
Wähle nicht zuerst aus einem Katalog. Lege fest, welche Änderung im Betrieb erforderlich ist und welches freiwillige Angebot dazu passt. Prüfe Räume, Zugang und notwendige Begleitung. Wenige Maßnahmen mit geklärtem Ablauf können ein sinnvoller Anfang sein.
4. Zuständigkeit und Ressourcen festhalten
Benenne eine verantwortliche Person, einen Freigabeweg und die benötigten Ressourcen. Halte fest, wer einlädt, Rückfragen beantwortet und bei Ausfällen entscheidet. Interne Abstimmungen und Kommunikation gehören ebenso zum Aufwand wie die Durchführung eines Kurses.
5. Rückschau und nächste Entscheidung vereinbaren
Lege den Termin zur Rückschau schon vor dem Start fest. Prüfe, ob die Aufgabe umgesetzt wurde, die vorgesehenen Gruppen erreicht wurden und der Zugang funktioniert hat. Danach entscheidet dein Team, ob der Ablauf angepasst, fortgeführt oder durch einen anderen Ansatz ersetzt wird.
Ziele, Zuständigkeiten und Maßnahmen im BGM-Konzept verbinden
Wie sieht ein überschaubarer Plan in der Praxis aus?
Redaktionelles Planungsbeispiel: Ein Betrieb möchte ein Bewegungsangebot auch für Beschäftigte ohne festen Büroarbeitsplatz öffnen. Zunächst werden passende Zeitfenster und ein erreichbarer Anmeldeweg mit den Teams geklärt. Eine zuständige Person organisiert Information und Rückfragen. Nach dem ersten Durchlauf wird besprochen, welche Termine erreichbar waren und was für den nächsten Durchlauf geändert werden muss.
Dieser Ablauf ist kein Bericht über einen bestimmten FIT-UP Kunden und kein Wirksamkeitsversprechen. Er zeigt, wie aus einem allgemeinen Thema eine konkrete organisatorische Aufgabe werden kann. Der Jahresplan und Selbstcheck helfen dir, solche Entscheidungen festzuhalten.
Den BGM-Stand mit neun Fragen prüfen
Aufgaben in den BGM-Jahresplan übernehmen
Welche Vorteile bringt betriebliche Gesundheitsförderung – und rechnet sie sich?
Für Unternehmen zählen vor allem weniger krankheitsbedingte Ausfälle, Beschäftigte, die belastbarer und motivierter arbeiten, und eine stärkere Position bei der Suche nach Fachkräften. Der iga.Report 28 hat rund 2.400 Studien ausgewertet: Im Durchschnitt sanken die Fehlzeiten durch betriebliche Gesundheitsförderung um etwa ein Viertel, und je investiertem Euro ließen sich rechnerisch rund 2,70 Euro durch geringere Fehlzeiten einsparen.
Diese Werte sind Durchschnitte aus der Forschung und keine Zusage für deinen Betrieb. Am stärksten wirken Programme, die mehrere Maßnahmen mit besseren Arbeitsbedingungen verbinden. Der iga.Report 49 zeigt zudem: Je breiter und systematischer Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz aufgestellt sind, desto attraktiver erleben Beschäftigte ihren Arbeitgeber. Für deine eigene Entscheidung rechnest du am besten mit deinen Zahlen zu Mitarbeitenden, Krankheitstagen, Ausfallkosten und Budget.
ROI-Szenario für dein Unternehmen im BGM-ROI-Rechner berechnen
Welche Rolle kann FIT-UP übernehmen?
FIT-UP verbindet digitale Module mit bestehenden Vor-Ort-Angeboten. Die gesamte Plattform ist modular: Du stellst App, Challenges, Kommunikation und weitere Funktionen passend zu deinem Bedarf zusammen. Gesundheitstage, HRV und KI-gestützte Haltungsanalyse bleiben eigenständige Angebote, deren Umfang gemeinsam abgestimmt wird.
Die Plattform unterstützt die Durchführung und den Zugang. Ziele, interne Zuständigkeiten und die Gestaltung der Arbeitsbedingungen brauchen weiterhin Entscheidungen im Unternehmen. Besprich daher zuerst Zielgruppen, Standorte und organisatorische Voraussetzungen, bevor du Leistungen auswählst.
FIT-UP Module und bestehende Leistungen entdecken
Was ist bei Förderung und Auswertung wichtig?
Österreich und Deutschland haben unterschiedliche Beratungs- und Förderwege. Der FGÖ beschreibt für BGF einen Projektprozess; der GKV-Leitfaden legt Kriterien für Leistungen der Krankenkassen fest. Prüfe mit der passenden Stelle, was für dein Vorhaben infrage kommt. Eine mögliche Unterstützung ist keine automatische Finanzierung sämtlicher App-Module oder Vor-Ort-Leistungen.
Förderwege für Österreich und Deutschland getrennt prüfen
Förderung in Österreich: Beratung durch die ÖGK und Projektförderung des FGÖ
Förderung in Deutschland: Krankenkassen, Kurszuschuss und 600 Euro steuerfrei
Unterscheide in der Auswertung Durchführung, Nutzung und Wirkung. Mehr Teilnahmen sind zunächst ein Hinweis auf Nutzung. Eine Veränderung der Fehlzeiten beweist nicht, dass eine einzelne Maßnahme sie verursacht hat. Persönliche Gesundheitswerte oder Diagnosen gehören nicht in die Leistungsbeurteilung durch Vorgesetzte.
Dieser Ratgeber ist eine Planungshilfe. Er ersetzt weder eine fachliche Prüfung deiner konkreten Situation noch erforderliche Maßnahmen im Arbeitsschutz oder eine medizinische Diagnose.
Häufige Fragen
Was ist betriebliche Gesundheitsförderung?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) setzt auf zwei Ebenen an: beim Verhalten der Beschäftigten und bei den Verhältnissen im Betrieb. Beispiele für das Verhalten sind ein Rückenkurs, ein Workshop zur Stressbewältigung oder eine Team-Bewegungschallenge. Beispiele für die Verhältnisse sind ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze, planbare Pausen, gemeinsam abgestimmte Schichtpläne oder eine Schulung für Führungskräfte. Die Teilnahme an Angeboten ist freiwillig. Grundprinzipien sind die Beteiligung der Beschäftigten, ein systematisches Vorgehen von der Bedarfsanalyse bis zur Auswertung und die Verbindung beider Ebenen. BGF ergänzt den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutz, ersetzt ihn aber nicht.
Welche Vorteile hat betriebliche Gesundheitsförderung und lohnt sie sich?
Unternehmen profitieren von weniger krankheitsbedingten Ausfällen, motivierteren Beschäftigten und einer stärkeren Arbeitgebermarke. Laut iga.Report 28, einer Auswertung von rund 2.400 Studien, sanken die Fehlzeiten durch betriebliche Gesundheitsförderung im Durchschnitt um etwa ein Viertel; je investiertem Euro ließen sich rechnerisch rund 2,70 Euro durch geringere Fehlzeiten einsparen. Das sind Durchschnittswerte und keine Garantie für den einzelnen Betrieb – am meisten bringen Programme, die mehrere Maßnahmen und bessere Arbeitsbedingungen verbinden. Laut iga.Report 49 steigert ein breites, systematisches Angebot außerdem die Arbeitgeberattraktivität sowie Motivation und Bindung der Beschäftigten. Wie sich das für dein Unternehmen rechnen kann, zeigt der BGM-ROI-Rechner von FIT-UP mit deinen eigenen Zahlen zu Mitarbeitenden, Krankheitstagen, Ausfallkosten und Budget.
Welche Beispiele für betriebliche Gesundheitsförderung gibt es?
Bewegung: eine 15-minütige aktive Pause direkt am Arbeitsplatz, ein Rückenkurs vor oder nach der Schicht im Betrieb oder eine Schrittchallenge zwischen Teams und Standorten. Ernährung: eine gesunde Tagesoption in der Kantine, Wasserspender in der Produktion oder ein Workshop zu Mahlzeiten im Schichtdienst. Psychische Gesundheit: ein Stressbewältigungstraining, eine anonyme Beratung oder eine Schulung zu gesundem Führen. Arbeitsbedingungen: höhenverstellbare Tische mit Einweisung, ruhige Pausenräume oder Arbeitszeiten, die gemeinsam mit dem Team geplant werden. Ein Gesundheitstag mit Screenings eignet sich als Startpunkt, wenn danach ein fortlaufendes Angebot folgt. Laut iga.Report 40 sind Angebote besonders wirksam, die mehrere Themen verbinden, etwa regelmäßige Bewegung mit Ernährungsberatung. Neue Steh-Sitz-Tische verkürzen Sitzzeiten erst zuverlässig, wenn die Beschäftigten dazu beraten werden.
Was ist der Unterschied zwischen BGF und BGM?
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist der Steuerungsrahmen: Es legt Ziele, Zuständigkeiten, Budget und Auswertung fest und verbindet Arbeitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung und – in Deutschland – das betriebliche Eingliederungsmanagement nach längerer Krankheit. BGF ist der Teil, der Gesundheit aktiv fördert. Ein Beispiel: Die Steuerungsgruppe, der Jahresplan und die Kennzahlen gehören zum BGM. Der Rückenkurs für die Logistik und die neue Pausenregelung, die daraus entstehen, sind BGF-Maßnahmen. Kleinere Betriebe starten oft mit einzelnen BGF-Maßnahmen und bauen die Steuerung schrittweise auf.
Wie erstelle ich ein Konzept für betriebliche Gesundheitsförderung?
Ein Konzept braucht fünf Entscheidungen. Erstens den Bedarf: Kurzbefragung, Gespräche mit Teams oder ein Gesundheitszirkel zeigen, wo Belastungen und Hürden liegen. Zweitens ein überprüfbares Ziel, zum Beispiel „Bis März kann jede Schicht mindestens ein Bewegungsangebot innerhalb ihrer Arbeitszeit nutzen“. Drittens Angebot und betriebliche Aufgabe gemeinsam: Zum Kurs gehören Termine in allen Schichten und ein Anmeldeweg ohne Firmen-E-Mail. Viertens Zuständigkeit und Ressourcen: wer einlädt, Fragen beantwortet und Zeit freigibt. Fünftens einen Termin für die Rückschau, der vor dem Start feststeht. Dort entscheidet ihr anhand von Reichweite und Rückmeldungen, ob ihr fortführt, anpasst oder etwas anderes ausprobiert.
Wird betriebliche Gesundheitsförderung gefördert?
In Deutschland unterstützen Krankenkassen Betriebe nach § 20b SGB V mit Beratung, Analyse und der Umsetzung von BGF-Prozessen. Eine kostenfreie Erstberatung bietet die BGF-Koordinierungsstelle der Krankenkassen. Zusätzlich können Arbeitgeber für geeignete Gesundheitsleistungen bis zu 600 Euro je Beschäftigtem und Jahr steuerfrei gewähren (§ 3 Nr. 34 EStG); das ist eine Steuerbefreiung und kein ausgezahlter Zuschuss. In Österreich begleitet die ÖGK Betriebe bei der BGF, und der Fonds Gesundes Österreich fördert BGF-Projekte nach seinen jeweils aktuellen Bedingungen und Ausschreibungen. Deutsche Regeln wie § 20b SGB V oder die 600 Euro gelten in Österreich nicht. Kläre Voraussetzungen und Verfügbarkeit vor dem Start mit der zuständigen Stelle.
Warum nehmen so wenige Beschäftigte an BGF-Angeboten teil?
Oft scheitert es schon am Zugang. Laut BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung berichteten 2018 rund 47 Prozent der Beschäftigten in Deutschland von BGF-Angeboten im Betrieb (2006: 38 Prozent). Große Betriebe und Betriebe mit Betriebs- oder Personalrat bieten häufiger etwas an, und Beschäftigte mit höherem Bildungsabschluss haben häufiger Zugang. Auch wer ein Angebot kennt, nutzt es nicht automatisch: In der GEDA-Studie des Robert Koch-Instituts nutzten 18 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen, die ein Rückenangebot kannten, dieses auch. Typische Gründe sind Termine, die nicht zu Schicht oder Teilzeit passen, Angebote, die in E-Mails untergehen, das Gefühl einer zusätzlichen Verpflichtung, die Sorge, dass die Teilnahme etwa an einem Stressangebot als Schwäche gilt, und Führungskräfte, die selbst nicht teilnehmen.
Wie erreiche ich mehr Mitarbeitende und eine höhere Beteiligung?
Frage zuerst nach Bedarf und Zeitfenstern, statt aus einem Katalog auszuwählen; so passen Angebote zum Alltag der Teams. Lege Angebote in die Arbeitszeit und an den Arbeitsort, zum Beispiel eine 15-minütige Einheit zur Schichtübergabe oder einen Kurs im Besprechungsraum statt im externen Studio, und wiederhole Termine für alle Schichten. Nutze mehrere Wege: Aushang mit QR-Code, kurze Vorstellung in der Teambesprechung und einen digitalen Zugang, der auch ohne Firmen-E-Mail funktioniert, etwa per Firmencode. Gewinne Führungskräfte als Vorbild, damit sie selbst teilnehmen und Zeit freigeben. Senke die Einstiegshürde mit kurzen Formaten, Team-Challenges und Angeboten ohne Voranmeldung. Benenne Ansprechpersonen in den Teams. Kombiniere digitale und persönliche Formate: Laut iga.Report 40 werden internetgestützte Maßnahmen häufig abgebrochen, persönliche Beratung wirkt bei arbeitsbezogenem Stress besser. Melde regelmäßig zurück, was aus den Rückmeldungen geworden ist.
Wie erreiche ich Beschäftigte in Schichtarbeit, Produktion oder Außendienst?
Plane Angebote vom Arbeitsalltag dieser Gruppen aus. Für Schichtarbeit heißt das: gleiche Angebote in jeder Schicht, kurz vor oder nach Schichtbeginn und direkt im Betrieb, etwa ein Rückentraining in der Halle oder eine Ernährungsberatung im Pausenraum der Nachtschicht. Mobile und aufsuchende Formate wie ein Screening-Termin am Standort sparen Wege. Für Außendienst und verteilte Teams eignen sich digitale Angebote, die rund um die Uhr nutzbar sind, kombiniert mit festen Präsenzterminen, etwa beim Quartalsmeeting. Informiere über Schicht- und Teamleitungen statt nur per E-Mail. Wähle Themen, die zur tatsächlichen Belastung passen, zum Beispiel Heben und Tragen, Schlaf bei Nachtarbeit oder Bewegung bei langen Fahrzeiten. Beziehe die Beschäftigten und ihre Vertretung ein, wenn es um Arbeitszeiten und Schichtpläne geht.
Wie messe ich, ob betriebliche Gesundheitsförderung funktioniert?
Unterscheide Umsetzung, Nutzung und Wirkung. Zur Umsetzung gehört etwa: Wurden die geplanten Termine in allen Schichten angeboten? Zur Nutzung: Wie viele Beschäftigte wurden je Standort oder Bereich erreicht, wer kommt wieder, welche Gruppen fehlen? Zur Wirkung: Rückmeldungen und Befragungen zu Belastung und Wohlbefinden sowie organisatorische Veränderungen wie neue Pausenregelungen. Fehlzeiten sind nur langfristig und im Zusammenhang aussagekräftig; eine Veränderung beweist nicht, dass eine einzelne Maßnahme sie verursacht hat. Werte ausschließlich aggregiert und anonym aus. Persönliche Gesundheitsdaten gehören nicht zu Vorgesetzten.
Quellen & Einordnung
Redaktioneller Quellenabgleich: 09. Oktober 2026. Die verlinkten Quellen erläutern die fachlichen Grundlagen und ihre Grenzen.
- Österreichisches Gesundheitsportal: Betriebliche Gesundheitsförderung
- GKV-Spitzenverband: Leitfaden Prävention und BGF
- Fonds Gesundes Österreich: BGF-Prozess und Projektkriterien
- RKI/Bundesgesundheitsblatt (Ludwig et al. 2020): Nutzung betrieblicher Gesundheitsförderung in Deutschland – GEDA 2014/2015-EHIS
- Arbeitsweltberichterstattung Hessen (Uni Kassel 2023): Fact Sheet Betriebliche Gesundheitsförderung, u. a. mit BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung
- iga.Report 40: Wirksamkeit betrieblicher Gesundheitsförderung
- iga.Report 28: Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention
- iga.Report 49: Gesunde, sichere Arbeit – ein Schlüssel für die Arbeitgeberattraktivität?
- § 20b SGB V – betriebliche Gesundheitsförderung
- § 3 Nr. 34 EStG – zusätzliche Arbeitgeberleistungen zur Gesundheitsförderung
- BGF-Koordinierungsstelle der Krankenkassen – kostenfreie Erstberatung
- ÖGK – betriebliche Gesundheitsförderung
- Haufe: Hürden der Teilnahme – warum Beschäftigte BGF-Angebote meiden